Welche Symptome und Auffälligkeiten können auf Sehdefizite hindeuten?
Für Betroffene können unentdeckte und nicht korrigierte Fehlsichtigkeit einen erheblichen Sehstress darstellen, der beim Sehen und Lernen ein bedeutendes Handicap sein kann. Eine "fachlich vollständige" Analyse aller wichtigen visuellen Funktionen erfordert umfangreiche Tests und Messungen, die einen Zeitaufwand von ca. 30 Minuten erfordern.
Häufige "allgemeine" Beobachtungen
Allgemeine Lese- und Schulunlust. Konzentrationsfähigkeit ist eingeschränkt.
Schlechte Fein- oder Grobmotorik (z.B. Probleme bzw. Unlust beim Basteln, Probleme beim Ballfangen, allgemeine Schusseligkeit). Langsames und unsicheres, oder sehr schnell aber flüchtiges(Wörter, die nicht im Text stehen) lesen. Verrutschen in der Zeile. Schlechtes erfassen vom gelesenem Text
Häufige Beschwerden
Augenbrennen und/ oder Kopfschmerzen beim Lesen und Schreiben
Die Schrift scheint sich gelegentlich zu verdoppeln
Rasches Ermüden, Leseunlust und Neigung zum Sekundenschlaf
Für Kinder mit Aufmerksamkeits- und Schulproblemen ist auch ein nicht ideales beidäugiges Sehen als Ursache einzubeziehen. Wenn beim Lesen gerne die Wuchstaben "verbechselt" werden, sollte eine sorgfälltige Augenprüfung durchgeführt werden. Wir arbeiten mit guten Erfahrungen mit einem dafür spzialisierten Augenarzt.
Sinnesphysiologisches über das Sehen:
Das Augenpaar sollte im Idealfall so zusammenarbeiten, daß die jeweiligen Einzelseheindrücke der Augen im Gehirn mühelos zu einem räumlichen Gesamtbild "verschmolzen" (fusioniert) werden. Sechs am äußeren Augapfel angesetzte Muskeln pro Auge, deren Aktivität von insgesamt drei verschiedenen Hirnnerven gesteuert werden, sorgen dafür, daß das notwendigerweise äußerst genaue motorische Zusammenspiel der beiden Augen funktioniert. Die Nerveninnervation der Augenbewegungsmuskeln ist dabei ca. hundert mal höher, als z.B. die der Muskeln der menschlichen Hand. Dieser Vergleich macht deutlich, welche physiologische "Wertigkeit" eine genaue Augenbewegungskoordination für unseren Gesamtorganismus besitzt. Der Energieaufwand, der dazu benötigt wird, die Augen beim Fixieren von Gegenständen auf den jeweils exakt gleichen "Punkt", z.B. einen Buchstaben eines Worts auszurichten, sollte der Sehaufgabe entsprechen und nicht unverhältnismäßig hoch sein.
Alterssichtigkeit=Presbyopie
Die Zahl der Linsenfasern wächst im Laufe des Lebens von ca. 1,5 auf rund 3,5 Mio. an. Durch diese zunehmende Dichte sinkt die Elastizität, und damit die Akkommodationsfähigkeit um ca. 0,2 dpt pro Lebensjahr. Dies führt auch bei Rechtsichtigen spätesten in der fünften Lebensdekade zu Problemen beim fokussieren naher Objekte. Später führt die ständig fortschreitende physiologische Eintrübung der Augenlinse zum Cataract, diese Entwicklung ist fließend. Insgesammt muss festgehalten werden, dass Altersveränderungen zu einem deutlich erhöhten Lichtbedarf führen.
Astigmatismus oder Stabsichtigkeit
(umgangssprachlich "Hornhautverkrümmung")
Unter Astigmatismus versteht man eine Sehstörung, die durch eine unregelmäßige Hornhautverkrümmung verursacht wird. Diese führt zu einem verzerrten Netzhautbild und damit zu unscharfem Sehen. Die Hornhautverkrümmung ist meistens angeboren, aber auch Narben nach Hornhautverletzungen können einen Astigmatismus auslösen. Bei einer Augenglasbestimmung kann man den Grad des Astigmatismus genau feststellen. Wichtig ist die frühzeitige Erkennung und Korrektion des Astigmatismus, um einer Schwachsichtigkeit vorzubeugen.
Allgemeines
"Astigma" bedeutet soviel wie "ohne Punkt". Beim Astigmatismus handelt es sich um eine Krümmungsanomalie der brechenden Medien, bei der ein punktförmiges Objekt strich- bzw. stabförmig auf der Netzhaut abgebildet wird. Die Hornhautoberfläche ist in dem Fall nicht kugelförmig - wie normalerweise - , sondern bricht in einer Ebene stärker als in der dazu senkrecht stehenden. Man kann die Hornhautoberfläche in solchen Fällen z.B. mit einem American Football vergleichen. Deshalb ist die für eine gute Abbildung notwendige Objektabbildung in einem Brennpunkt unmöglich.
Anisometropie / Ungleichsichtigkeit
Stark unterschiedliche Fehlsichtigkeiten am rechten und linken Auge.
Unterscheidung zwischen Brechwert- und Längenanisometropie: Bei der Brechwertanisometropie ist die Fehlsichtigkeit aufgrund von Brechwertdifferenzen der Hornhaut und der Augenlinse unterschiedlich. Bei der Längenanisometropie sind die unterschiedlichen Baulängen der Augen die Ursache.
Unterscheidung zwischen Rundum-Anisometropie und meridionaler Anisometropie: Bei der Rundum-Anisometropie ist der Differenzwert zwischen den beiden Augen in allen Meridianen etwa gleich. Liegt ein Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) mit stark unterschiedlichen Achsenlagen vor, so ist der Differenzwert zwischen den beiden Augen zusätzlich in allen Meridianen ungleich groß => meridionale Anisometropie.
Bei der Korrektion einer Anisometropie mit einer Brille entstehen, aufgrund der unterschiedlichen Werte, verschieden starke Eigenvergrößerungen bzw. Eigenverkleinerungen der Brillengläser. Das führt zu unterschiedlich großen Bildern auf der Netzhaut . Ab etwa 3% Größenunterschied (Aniseikonie) kann ein Doppelbild auftreten oder ein Auge unterdrückt (Suppression) werden. Die verschieden starken Eigenvergrößerungen bzw. Eigenverkleinerungen der Brillengläser führen zudem zu einem unterschiedlichen Aussehen der beiden Augenpartien für den Betrachter.
Bei der Korrektion einer Anisometropie mit einer Brille entstehen außerdem unterschiedlich große Gesichtsfelder, es müssen unterschiedliche Blickbewegungen erfolgen um bei unbewegter Kopfhaltung binokular einfach zu sehen, beim Blick auf nahgelegene Objekte müssen unterschiedliche Akkommodationserfolge aufgebracht werden und zudem sind unterschiedliche Konvergenzwinkel des rechten und linken Auges notwendig um in der Nähe einfach zu sehen. Bei einem Wechsel zur Kontaktlinsen verschwinden diese Phänomene großteils. Im Falle einer Brechwertanisometropie ist die Kontaktlinse der Brille überlegen, im Falle einer Längenanisometropie ist rein rechnerisch die Brille zu bevorzugen. Oft sind Kontaktlinsen aber auch beim Vorliegen einer Längenanisometropie einer Brille überlegen. Bei einer einseitigen Aphakie (fehlen der Augenlinse) liegt eine reine Brechwertanisometropie vor. In diesem Fall sind Kontaktlinsen sehr empfehlenswert.
Thema UV-Strahlung
Die durchschnittliche Lebenserwartung ist, zwischen 1930 und 2000, um zwanzig Jahre gestiegen. Das alternde Auge ist viel länger einer immer intensiveren Lichtstrahlung ausgesetzt. Hinzu kommt unser sonnenorientierter Lebensstil, Urlaub in südlichen Ländern, im winterlichen Hochgebirge ...
Schon alleine dieses bringt leicht eine Verdoppelung der jährlichen UV-Belastung.
Jedem ist bekannt, das die Zunahme der Hautkrebserkrankungen sehr wohl darauf zurückzuführen ist.
Schützen Sie die Augen!
Die trübe Linse eines Cataract(grauer Star) kann heute durch eine Kunstlinse ersetzt werden, dadurch steigt aber das Risiko einer altersbedingten Makula-Degeneration(AMD). Für die trockene Form der AMD(ca 85%) gibt es bis heute keine heilende Therapie.
Sonnenstrahlung erreicht durch die Filterwirkung der Atmosphäre die Erde in sehr unterschiedlicher Intensität:
davon sind Infrarotstrahlung ca. 53,5%, Lichtstrahlung ca. 45%, dies sind Wellenlängen von 380 bis 780 nm, und UV-Strahlung ca. 1,5%. In großen Höhen besteht eine wesentlich höhere Strahlungsintensität.
Aufgrund ihrer unterschiedlichen biologischen Wirkungen werden UV-Strahlen in drei Bereiche aufgeteilt:
UV-A = UV Strahlung von 380 bis 315 nm
UV-B = UV Strahlung von 315 bis 280 nm
UV-C = UV Strahlung von 280 bis 200 nm
UV A,B und C ist nicht mehr als Licht wahrnehmbar! Einige Folgen übermässiger UV Einwirkung sind:
Schneeblindheit(Gletscherbrand)
verblitzte Augen
Bindehautentzündung
Sonnenbrand
Sonnenbrillengläser sind nicht geeignet zur direkten Beobachtung der Sonne!
Ergonomisches Arbeiten am PC
Über den Umstand, dass Sitzen eine der schlechtesten Haltungen für den menschlichen Körper ist, hier einige Empfehlungen:
Die Bildschirmoberkante sollte in Augenhöhe, oder etwas darunter liegen. Der ideale Abstand bei 17-21 Zoll Bildschirmgröße liegt zwischen 60 und 80 cm.
Bei schlechter Beleuchtung nimmt die Ermüdung zu, und die Konzentrationsfähigkeit ab.
Positionieren Sie den Bildschirm spiegelungsfrei von Beleuchtung oder Sonnenlicht.
Einige optische Täuschungen:



Denn jeder weiß:
Der Schein trügt, das Auge nicht!