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Brillengläser gehören zu den wenigen Produkten, die erworben werden ohne sie vorher zu sehen. Für Sie ist es durchaus schwierig bei der Kaufentscheidung den Wert und den Nutzen der Technologie eines Brillenglases einzuschätzen. Nicht wenige Brillenträger wissen gar nicht durch was für ein Brillenglas sie sehen(müssen). Wenn nichts aus der Rechnung hervorgeht, ist selten etwas "Namhaftes" drinn!
Brillengläser können besonders Trägerspezifisch berechnet und gefertigt werden. Freiformflächen sind bei Einstärken-, Gleitsicht- und stark durchgebogenen Sportbrillengläsern möglich und sinnvoll. Für die Fertigung einer Freiformglasfläche werden zuerst bis zu 150.000 Durchblickspunkte auf der Oberfläche gerechnet. Nur so kann, insbesondere bei größerem Fassungsscheibenwikel, oder höherem Astigmatismus, bei allen Blickwinkeln das binokulare Sehen wirkungsoptimiert korrigiert werden.
August 2008 - bei einer unabhängigen Langzeitstudie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich wurden Rodenstock Gleitsicht-Brillengläser Testsieger. Quelle: Zeitschrift für Arbeitswissenschaft, Ausgabe August 2008
Bildschirmarbeitsplatzgläser ermöglichen einen hohen Lesekomfort in nahen und mittleren Distanzen. Sie sind wie Einstärken-, oder Gleitsichtgläser in unterschiedlichen Fertigungsqualitäten erhältlich, konfektionierte Vorderflächenprogression, oder maßgeschneiderte Freiformflächentechnologie. Diese führen zu mehr oder weniger wirkungsoptimierten ergonomischem Sehen. Allen Raum- und PC-Gläsern ist gemein, dass die Ferne für breitere Sehbereiche im Raum, und am PC geopfert wird.

Darstellung der Sehbereiche duch ein BAP/PC bzw. Raumglas
Raumgläser haben Sehbereiche wie ein Bildschirmarbeitsplatzglas, opfern aber wieder die Fernkorrektion für relativ gleichmäßig breite Sehbereiche über alle Distanzen.
Gleitsichtbrillengläser sind in nicht unerheblich unterschiedlichen Qualitäten erhältlich. Modernste Brillengläser werden wellenfrontoptimiert gefertigt, dies führt insbesondere bei Dunkelheit zu einem verbesserten Seheindruck. Im Großen und Ganzen wiederholen sich die Beschreibungen vom vorigen Glastyp. Mit dem Unterschied, dass die Sehbereiche ein bisschen mehr einer Sanduhr ähneln. In der Übergangszone zwischen Fern- und Nahwirkung zeigen alle Gleitsichtgläser je nach Schwerpunkt und Herstelltechnologie eingeschränkte Sehbereiche.
Darstellung der Sehbereiche durch ein Freiformflächen-Gleitsichtbrillenglas
Verschiedene Materialien sind für bestimmte Brillenarten gar nicht geeignet!
Hochwertige Veredelungen von Kunststoff-Brillengläsern sind heute selbstverständlich: Hartschichten schützen Kunststoffbrillengläser vor dem Verkratzen, Entspiegelungen reduzieren störende Reflexe und nicht zuletzt sorgen Nanoglatte Schichten mit Öl und Wasser abweisenden Eigenschaften dafür, dass die Oberflächen leicht zu reinigen sind.
Zur Pflege von Gläsern und Fassung bitte stets Wasser und tensidische(seifige) Reiniger benutzen. Kontakt mit Lösungsmitteln, Benzin und Alkohol unbedingt vermeiden.
Wellenfront-korrigierte, bzw. optimierte Brillengläser sind wissenschaftlich und wettbewerbsrechtlich schwierig einzuordnen. Man kann mit wellenfrontkorrigierten Brillengläsern zwar die Aberrationen niederer, aber nicht in einem Glas auch die Aberrationen höherer Ordnung korrigieren! Wellenfontaberrationen sind bei z. B. 3 oder 6mm großer Pupille deutlich unterschiedlich. Man kann sie bestenfalls nach dem neuesten Stand der Technik berücksichtigen. In der Augenoptik ist diese Mess- und Herstellungstechnologie eines der am meisten diskutierten Themen. Um die Abbildungseigenschaften von
Brillengläsern in der Tragesituation zu beschreiben und/oder zu berechnen, sind in der geometrischen Optik zwei Berechnungsverfahren bekannt:
1. Berechnung mit Lichtstrahlen(Ray Tracing) 2. Berechnung mit Wellenfronten(Wave Tracing).